Bekassine

Die Bekassine (lateinisch: Gallinago gallinago) hat eine Körpergröße von 25 – 27 cm. Sie ist ein Watvogel und gehört zur Familie der Schnepfen. Ihr braungeflecktes Gefieder dient als optimale Tarnung in offenem Gelände. Besondere Merkmale sind die kurzen, kräftigen Beine, die dunklen Längsstreifen am Kopf sowie der lange, gerade Schnabel.

Die Vögel treffen im Frühjahr bei uns ein, um hier zu nisten und ihre Jungtiere großzuziehen. Besonders beeindruckend sind die Flugvorführungen der Männchen bei der Balz und der Abgrenzung der Reviere. Sie fliegen dabei in Höhen von über 100 m empor, ziehen mit flatternden Flügelschlägen große Kreisbögen, die immer wieder durch plötzliche Sturzflüge unterbrochen werden. Der Luftstrom bringt die weit abgespreizten Schwanzfedern zum Schwingen, so dass ein Ton wie beim Meckern einer Ziege entsteht. Deshalb wird die Bekassine im Volksmund auch »Himmelsziege« genannt.

Ein ganz besonderes Fluchtmerkmal von Männchen und Weibchen gleichermaßen ist der gekonnte Zickzackflug. Ein alter Jagdspruch aus vergangenen Zeiten lautet deshalb:
»Die Bekassine fliegt, die Kluge,
dahin im schnellen Zickzackfluge,
und dieses ist für sie ein Glück,
schießt man auf Zack, ist sie auf Zick.«

Natürlich jagt heute niemand mehr diesen seltenen Vogel, der ganz spezielle Ansprüche an seinen Lebensraum hat. Für die Nahrungssuche benötigt er einen feuchten, lockeren Untergrund oder flachgründiges Wasser. Hier kann der lange Schnabel wie eine Pinzette eingesetzt werden, um Würmer, Larven und anderes Kleingetier zu erbeuten. Die Brut wird in gut versteckten Bodennestern, vor allem in Feuchtwiesen und Hochmooren, aufgezogen. Die Ursachen für den starken Rückgang der Vögel sind heutzutage Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Zerstörungen von Moorflächen, zunehmende Zersiedelung von Brutgebieten und die Intensivierung der Landwirtschaft. Dadurch ist der Lebensraum der Bekassine erheblich geschrumpft. Als wichtigste Schutzmaßnahmen werden somit der Erhalt der verbliebenen Moore, Feuchtwiesen und Flussniederungen gesehen. Will man die Bestände wieder erhöhen, sollten genügend Hochmoorflächen regeneriert und ehemalige Feuchtgebiete unbedingt wieder vernässt werden.