Die Kreuzotter

Die Kreuzotter (lateinisch: Vipera berus) gehört zur Familie der Vipern. Der Name Viper leitet sich vom Lateinischen vivipar ab und kennzeichnet sie als lebendgebärende Schlange. Kreuzottern sind grau bis braun gefärbt und haben in der Regel ein auf dem Rücken verlaufendes, dunkles Zickzackband, das wie ein sich wiederholendes Kreuzmuster erscheint. Dies führte offensichtlich zur deutschen Namensgebung dieser heimischen Giftschlange.
Die Kreuzotter wird 60 – 80 cm lang, in seltenen Ausnahmefällen auch etwas größer. Sie kommt in ganz Mittel- und Nordeuropa vor und ist in Deutschland von den Alpen bis zu den Küsten verbreitet. Die Schlange gehört zu den sogenannten Lauerjägern und hat ein breites Beutespektrum. Die jeweiligen Beutetiere werden mit einem Biss angegriffen, bei dem das Gift der Viper ihre Opfer schwächt und letztlich tötet. Dies können Frösche, Eidechsen, Mäuse, Ratten, Vögel oder sogar andere Schlangen sein. Aber auch Insekten und Würmer gehören zu ihrem Speiseplan. Die getöteten Beutetiere werden mit dem Kopf voran in einem Stück vollständig verschlungen und anschließend im Körper verdaut. Kreuzottern sind sehr scheu und flüchten bei Gefahr. Wenn sie sich bedroht fühlen, angefasst werden oder man auf sie tritt, dient der Biss als Abwehrreaktion. Beim Menschen kann dies zu schmerzhaften Schwellungen, Atemnot oder Herzbeschwerden führen. Der Biss ist in aller Regel nicht tödlich. Ärztliche Hilfe sollte trotzdem rasch eingeholt werden. Dies gilt vor allem für betroffene Kindern und ältere Personen.
Obwohl die Kreuzotter deutschlandweit verbreitet ist, gilt ihre Population bei uns als gefährdet. Der zunehmende Verlust geeigneter Biotope, die Zerschneidung von Heide-, Wald- und Moorgebieten durch Straßen, aber auch das sinnlose Töten der Tiere durch den Menschen sind Gründe dafür. Die Kreuzotter hat deshalb den Status einer besonders geschützten Art.